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Es gibt zwei Arten von Kompromissen. Einmal treten beide Seiten einen Schritt zuruck und man einigt sich, weil jeder auf etwas Eigenes verzichtet. Ein anderes Mal diskutieren beide Seiten so lange, bis sich ein dritter Losungsweg auftut. Man gewinnt etwas Neues dazu. Wann genau ein Kompromiss dann als stark bezeichnet werden kann, ist das Thema dieses Kursbuchs. Im Gesprach erinnert sich der deutsche Topdiplomat Michael Steiner etwa an Verhandlungen mit den afghanischen Taliban oder im Jugoslawienkrieg, beide Male ging es darum, nahezu unversohnliche Standpunkte in eine Kompromissarchitektur zu bringen. Fur Steiner war klar: "e;Entscheidend ist, wenn plotzlich etwas moglich wird, woran vorher niemand gedacht hat."e; Der SZ-Kolumnist Kurt Kister wiederum fragt, wie es ist, wenn mehrere verschiedene Interessen in einer Person wohnen? Kann man, ohne spaltungsirre zu sein, mit sich selbst Kompromisse schlie en, obwohl man als Person doch nur eine Seite sein kann und so eigentlich gegen eine Grundvoraussetzung des Kompromisswesens der Interessenausgleich mehrerer versto t? Herausgeberin Sibylle Anderl beschaftigt sich mit kompromissreicher Wissenschaftskommunikation als Eckpfeiler der Erkenntnis fur freie Menschen. Was Mitherausgeber Armin Nassehi insofern bestatigt, als dass er die dafur notwendige Kompromissbereitschaft messerscharf als vernunftig, tolerant und klug seziert. "e;Aber letztlich ist es jene Muhe, sich auf den anderen einstellen zu mussen, um eigene Ziele erreichen zu konnen, die eine zivilisierende Wirkung auf die Gesellschaft hat."e;Weitere Essays von Justus Bender, Joachim Muller-Jung sowie die Kolumnen von Jan Schwochow, Berit Glanz und Olaf Unverzart sind unverzichtbare, kreative und innovative Sichtachsen von den leinenumhullten Autoau enspiegeln in Kairo bis zu der Infografiken uber die spezielle Semantik von Regierungsprogrammen. Mitherausgeber Peter Felixberger beschaftigt sich zum Abschluss mit Telmo Pievanis Buch "e;Unvollkommen"e;, in dem der italienische Philosoph und Biologie den Evolutionskompromissen hinterherjagt. Denn der Kompromiss ist schon immer und uberall da, bevor er in Erscheinung tritt.
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