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Zur Gewinnung von mechanischer Arbeit aus Wasserläufen fiif den Betrieb von Mahl- und Sägemühlen, Hämmern u. dgl. benutzte man in Mittel- und Nordeuropa von alters her die Wasserräder, als deren gemeinsame Eigentümlichkeit vor allem die wagrechte Lage der Achse in die Augen springt. Es lassen sich je nach der Wirkungsweise des Wassers zwei Hauptarten der Wasserräder unterscheiden. Bei der einen Bauart versieht man das Rad am ganzen Umfange mit Kammern oder Zellen. Das Wasser wird mittels einer Rinne derart zugeführt, daß sich die Zellen auf der einen Seite des Rades füllen. Es entsteht so ein einseitiges Übergewicht, das die Drehung herbeiführt. Da die Zellen sich unten fortwährend entleeren und oben wieder aufs neue füllen, wird das Übergewicht und damit auch die Drehung dauernd erhalten. Das Wasser bleibt einige Zeit in den Zellen liegen und wirkt durch sein Gewicht. Diese Räder werden Zellen- oder Kübelräder genannt. Wird ihnen das Wasser im Scheitel zugeführt, so bezeichnet man sie als oberschlächtig. Bei andern Rädern ist der Umfang mit frei herausstehenden flachen Schaufeln besetzt. Entweder wird das Rad mit wenig Spiel raum in ein Gerinne eingesetzt, in welchem das Wasser mit großer Geschwindigkeit herbeiströmt, oder man stellt das Rad frei in einen rasch fließenden Strom. In beiden Fällen kommt die Drehung durch den Stoß zustande, den das Wasser auf die Schaufeln ausübt. Der artige Räder heißen unterschlächtig.
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