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Waren die Bilder des späten Mittelalters für Laien lesbar und wenn ja, in welcher Form? Diese Fragen werden in den letzten Jahren in der Kunstwissenschaft immer häufiger diskutiert. Die Autorin wirft anhand eines mnemotechnischen Traktats, der Bestandteil des Codex Vindobonensis 5393 ist, neues Licht auf die kontrovers geführte Debatte. Ausgehend von entstehungs- und überlieferungsgeschichtlichen Fragestellungen führt sie an die Genese der Predigtgattung der »artes praedicandi« ebenso heran wie an die theoretischen Gesellschaftsmodelle des Mittelalters, an die Bedeutung der Mnemotechnik für die Rezeption von Bildern und an die Formen der mittelalterlichen Exegese. Durch die Zusammenführung dieser Bereiche leistet die Untersuchung mehr als eine Studie zur mittelalterlichen Ikonographie/Ikonologie. Sie liefert auch einen Beitrag zur Rezeptions-, Sozial- und Kulturgeschichte, indem sie verdeutlicht, auf welche Weise die Bilder des späten Mittelalters für verschiedene gesellschaftliche Gruppen lesbar werden konnten und für diese differenzierte Handlungsanweisungen enthielten.
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