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Emilie Tegtmeyer: Helene. Tagebuchblätter aus dem russischen Salonleben Erstdruck in »Die Gartenlaube«, Heft 37-46, 1875, Verlag von Ernst Keil, Leipzig. Als Buch: Kröner, Stuttgart 1881/82. Neuausgabe, herausgegeben von Karl-Maria Guth, Berlin 2026. Der Text dieser Ausgabe wurde behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH Die junge Deutsche Helene Heimreich lebt fern der Heimat als Gesellschafterin im Hause der wohlhabenden Familie Branikow in Woronesch. Zwischen russischem Salonleben, Musikabenden, gesellschaftlichen Besuchen und höfischen Rücksichten sucht sie Haltung, Würde und geistige Nähe. Als der begabte Kapellmeister Alexis Hirschfeldt in ihr Leben tritt, erwacht in ihr ein Gefühl, das sie zugleich beglückt und erschüttert. Doch Hirschfeldt liebt bereits Wéra Adrianoff, die schöne Tochter einer angesehenen Familie, deren Verbindung mit einem Musiker wegen Stand, Herkunft und öffentlicher Meinung unmöglich scheint. Helene wird wider Willen zur Vertrauten eines gefährdeten Liebespaares. Sie schützt Wéra, verschweigt, vermittelt und leidet, während Olga Nikolajewna mit Neid und Bosheit Gerüchte schürt und die Salons von Woronesch zur Bühne versteckter Kämpfe werden. In Tagebuchform erzählt Emilie Tegtmeyer von einer Frau, die inmitten fremder Sitten und gesellschaftlicher Zwänge ihre eigene Stimme findet. »Helene« ist eine Erzählung über Liebe, Selbstbeherrschung, Musik, weibliche Solidarität und die schmerzliche Reife, die entsteht, wenn das Herz verzichten muss, bevor es hoffen darf.
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