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Strafrechtliche Verfolgung von Kunst und Künstlern sind auch im 21. Jahrhundert keine Seltenheit. Einer der bekanntesten Fälle ist der 2012 geführte Gerichtsprozess gegen die russische Punk-Gruppe Pussy Riot, doch auch die Prozesse gegen den russischen Aktionskünstler Piotr Pawlenski sorgten international für Aufsehen. Während die Öffentlichkeit vor allem über das Urteil informiert wird, bleiben die ästhetischen Debatten vor Gericht meist unberücksichtigt. Sie sind es aber, die Aufschluss darüber geben, über welches Kunstverständnis eine Gesellschaft verfügt und auf welche Weise sie diese in einem juristischen Rahmen zu verhandeln in der Lage ist. In diesem Buch sind Materialien über Gerichtsverfahren versammelt, die gegen Künstler und Kuratoren geführt worden sind. Sie zeigen den Wandel der juristischen Bewertung von Kunst und den Wandel eines gesellschaftlichen Kunstverständnisses, das Augenmerk liegt jedoch auf der Frage, wie über die Kunst vor Gericht debattiert wird. Die Studie macht so auch Wechselwirkungen zwischen künstlerischer Praxis und Gesetzgebung sowie Konjunkturen von Anklagepunkten über Ländergrenzen und politische Systeme hinweg fassbar.
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