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Im Denken über und im Reden von gesellschaftlichen Strukturen erscheinen die jeweils verwendeten Begrifflichkeiten und Konzepte Stände, Klassen, Schichten insbesondere als formal-soziologische Grundkategorien, die mehr oder weniger auf alle Gesellschaften zu allen Zeiten anwendbar sind. Jedoch stellte bereits Ralf Dahrendorf in seiner Auseinandersetzung mit den Konzepten der sozialen Klasse und der sozialen Schicht Ende der 1960er Jahre fest, dass die Bezeichnung formal über die Tragweite von Kategorien hinwegtäuscht. Soziale Kategorien sind nicht lediglich Begriffsdefinitionen. Sie implizieren Hypothesen über soziale Wirklichkeit und legen damit spezifische Interpretations- und Deutungsmuster nahe.
An diese Überlegungen schließt dieses Buch mit einer wissenssoziologisch fundierten, begriffshistorischen Analyse der Bedeutungen und Bedeutungsentwicklungen der Semantik sozialer Strukturen an ausgehend von den zentralen sozialstrukturellen Konzepten soziale Klasse und soziale Schicht in soziologischen Fachwörterbüchern und -lexika seit ihrer Geburtsstunde im Jahr 1931.
Ziel ist es, die Soziologie und insbesondere die Soziologie sozialer Ungleichheit mittels einer begriffshistorisch fundierten, wissenssoziologischen Reflexion über ihre eigenen komplexen Semantiken und kontingenten terminologischen Festlegungen, über ihre Ordnungsmuster und unbewussten Denkschematismen in Kenntnis zu setzen.
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